Die Experimentaldaten werden im weiteren Verlauf optimiert und anhand der differentiellen isokonversionellen Analyse die Aktivierungsparameter berechnet.
Die kinetische Reaktionsanalyse basierend auf sog. ‚single curve’ Experimenten birgt immanente Schwächen (Bestimmung der kinetischen Parameter aufgrund einer einzelnen statischen oder dynamischen Messung). Deshalb wurden in den vergangenen Jahren ‚multi-curve’ Methoden entwickelt, welche u.a. ausführlich anlässlich des ICTAC Kinetics Projects diskutiert wurden.
Chemische Reaktionen, auch Zerfallsreaktionen sind oftmals zu komplex, als dass diese mittels einfacher Arrhenius-Parameter und den üblicherweise verwendeten Reaktionsmodellen (bspw. 1. Ordnung, n-te Ordnung etc.) beschrieben werden können. Diese Reaktionen zeigen grundsätzlich mehrstufige Charakteristiken: so verlaufen in der Regel mehrere Prozesse mit unterschiedlichen Mechanismen und Aktivierungsenergien nebeneinander und/oder beeinflussen sich gegenseitig (synergetisch oder antagonistisch). Durch diese Begebenheit können Reaktionen und ihre Geschwindigkeiten ausschliesslich durch komplexe Berechnungen beschrieben werden: die Parameter der Aktivierungsenergie sind demzufolge nicht mehr konstant, sondern anhängig von der Konversion der Reaktion α (E ≠ konst aber E = E(α)).
Diese isokonversionellen Methoden wurden durch Friedman und Ozawa-Flynn-Wall eingeführt. Die Angleichung der Aktivierungsenergie-Werte durch die differenzielle Methode (Friedman) mit der integrativen Methode (Ozawa-Flynn-Wall) resultiert den grundlegenden Differenzial- und Integralrechnung. Unter dem Verweis kinetische Analyse finden Sie hierzu weiterführende Erläuterungen.